Zurückgespuhlt: Fettes Brot – 3 is ne Party

Fettes Brot. Jeder hat den Namen schon einmal gehört und jeder kennt MINDESTENS einen Song. Man weiß nicht einmal genau woher, aber man kennt sie einfach. Keiner kommt an ihnen vorbei. Und das ist auch verdammt gut so!

Ob nun „Schwule Mädchen“, „Jein“ oder „Emanuela“, die 3 „Jungs“ haben Lieder geschrieben, die irgendwie jeder mitsingen kann. Mein erstes Album der „3 Hamburger mit dem Monsterbass“ war „Am Wasser gebaut“ und erst vor ein paar Tagen fiel mir beim Hören des Albums auf, dass die Spiegelung in der „Pfütze“ auf dem Albumcover nicht mit dem „eigentlichen Foto“ identisch ist.  ¯\_(ツ)_/¯

Tja, es kommt glücklicher Weise auch eher auf das Hören, als das Sehen an, jedenfalls bei Musik.

Das Album gefiel mir wirklich gut, aber irgendwie verlor ich die Band danach aus den Augen und aus den Ohren. Mein Musikgeschmack veränderte sich und ich fing an mich eher mit Rock & co wohlzufühlen. Ich bin glücklicher Weise nicht allzusehr auf eine Musikrichtung festgelegt, weshalb meine Plattensammlung und auch meine digitale Musikbibliothek sehr vielseitig aufgestellt ist.

Richtig „verliebt“ habe ich mich bei einem Auftritt von Fettes Brot.

Ich war mit einer Freundin auf dem Highfield Festival 2014 und wir dachten beide, wenn die Jungs dort auftreten, müssen wir uns das auch ansehen, auch wenn nicht vordergründig der Brote aufs Festival gefahren waren. Man nimmt halt so viel wie möglich mit. Heute bin ich doch sehr dankbar für diese einstellung, denn sein wir mal ehrlich: Fettes Brot haben die Bühne & das Publikum dermaßen gerockt, es war eine verdammt wilde Party. Da war auch der Regen völlig nebensächlich. 90 Minuten lang wurde getanzt, gesungen, gefeiert. Wir waren einfach nur geflasht. Ihr Freestyle-Rap auf das Riesenrad (Riesenrad! Riesenrad) zog sich als running gag durch den Rest des Festivals. Abends lagen wir völlig erschöpft aber mit ner Menge Liebe für diese Band und Musik im Kopf im Zelt. Die Performance hat uns wirklich so umgehauen, dass wir danach beschlossen „Wenn die wieder nach Berlin kommen, müssen wir undbedingt hin“. Vor dem Festival sah das anders aus. „Joar, die sind schon ganz cool, aber ein Konzert muss jetzt nicht uuuuunbedingt sein“. Die Karten für das, leider in den Herbst verlegte, Konzert hängen seit November an der Kühlschranktür.

Da sieht man mal, wie überzeugend eine Band sein kann, wenn man sie auf einem Konzert „kennenlernt“.

Zurück in der Heimat habe ich mir direkt das „neue“ Album, welches schon fast ein Jahr auf dem Markt war, gekauft.

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Doppel-Vinyl „3 is ne Party“ Abspielgeschwindigkeit: 45 RPM

Es lief tagelang rauf und runter und ich trug ein unfassbar Fettes Grinsen im Gesicht. Einige der Songs erkannte ich vom Auftritt auf dem Festival wieder. Ich finde es beeindruckend, wie die Band es schafft, humorvoll zu sein und dennoch auch kritische Texte schreiben zu können. Zugegeben, in „Crazy World“ musste ich mich erst reinhören, da viele aktuelle (auch) Weltpoltische Themen aufgegriffen werden, was einen natürlich erstmal aus der Comfortzone des „Ich versuche das Leid der Welt nicht zu nah an mich heran zu lassen“ herausholt, bzw. in sie eindringt. Aber das Lied ist wichtig und hat, wie auch alle anderen auf dem Album seine absolute Existenzberechtigung. Ich bin dankbar für den Song. In „Dynamit und Farben“ (einer meiner Lieblingssongs auf dem Album) wird die architektonische Veränderung der Stadt, eher zum Hässlichen & „Menschenfeindlichen“, als zum Schöne) thematisiert:

Ja, vielleicht bin ich zu dumm
Doch Leute echt ich frag mich
Warum die Welt um mich herum
Aus Stahlbeton und Glas ist

(aus Dynamit & Farben)

Doch auch schöne Themen, wie die Liebe (gut, die Schönheit dieses Themas liegt im Auge des Betrachters), werden angesprochen, ohne dass es ausgelutscht klingt. Lieder über Liebe gehen halt irgendwie immer. Hier könnt ihr es euch anschauen:

Das Album verbinde ich mit unheimlich schönen Erinnerungen an den letzen Sommer, spontanität und zuckende Gliedmaßen.

& obwohl Hip-Hop nicht unbedingt meine „Szene“ ist, haben Fettes Brot es geschafft mich für sich zu gewinnen. Ich bin schon gespannt auf das neue Album und das Konzert im Herbst, denn Fettes Brot sind ein Garant für eine gute Show und Texte, die im Kopf hängen bleiben und zum Nachdenken anregen.

Danke dafür!

In Liebe & Lärm

Eure Mara Muffensausen