AnnenMayKantereit – Wird schon irgendwie gehen

AnnenMayKantereit sind derzeit in aller Munde und das völlig zurecht, wie ich finde.

Die junge Band könnte schon als Internetphänomen betitelt werden, aber meiner Meinung nach würde es ihnen nicht gerecht.  Seit 2011 machen Christopher Annen (Gitarre/Mundharmonika), Henning May (Gesang/Klavier/Akkordeon/Melodica/Ukulele/Gitarre) und Severin Kantereit (Schlagzeug/Cajon) gemeinsam Musik. Sie begannen ihre Karriere als Straßenmusiker. Irgendwann begannen sie ihre „Auftritte“ aufzuzeichnen und auf Youtube zu teilen. Dort laden die Kölner nach wie vor regelmäßig Videos hoch. Überwiegend handelt es sich dabei um selbst geschrebenes, aber auch Coverversionen von Songs, die sie in ihrem sehr eigenen und sehr besonderen Stil zu etwas ganz neuem machen, sind dort zu finden.

2013 nahm die Band in Eigenregie ein Album auf und 2014 gab es bereits eine kleine Tour durch die Clubs des Landes. Sie wurden unter anderem schon zu Circus Halligalli eingeladen und durften sowohl die Beatsteaks, als auch schon Clueso auf Tour begleiten. Im Sommer diesen Jahres waren sie sogar auf den großen Festivalbühnen des Landes unterwegs.

Im Dezember 2014 kam ich also zum ersten Mal mit der Band in Berührung, die sich vor allem durch die unglaublich tiefe und raue Stimme von Henning May auszeichnet. Mein erster Gedanke war, dass es wie eine Mischung aus Rio Reiser und Casper klingt, aber irgendwie besser und eigen. Es bescherte mir eine unglaubliche Gänsehaut.

Enttäuscht musste ich nach dem Konzert feststellen, dass es keine Musik der Band „zu kaufen“ gab.

Im selben Jahr nahm die Band eine über Crowdfunding finanzierte EP mit Produzent Moses Schneider in Berlin auf. Sie trägt den Titel Wird schon irgendwie gehen und erschien auf Vinyl und CD. Ich bin stolze Besitzerin der Vinyl.

Auf ihr sind folgende 5 Songs zu finden:

  1. Jeden Morgen
  2. 21,22,23
  3. 3. Stock
  4. Nicht Nichts
  5. Oft gefragt

Vergleicht man diese mit den „Youtube-Versioen“ ist dabei eine unglaubliche Entwicklung zu spüren, was unter Garantue nicht nur an den unumstrittenen Fähigkeiten von Moses liegt, der unter anderem auch die Beatsteaks und Turbostaat produziert.

Die Reaktion der Menschen, die AMK das erste mal live erleben ist irgendwie immer die gleiche: Sie sind überwältigt, da sie Henning vom ersten Anblick her keine solch tiefe Stimme zugetraut hätten. Ich bin auch jedes mal wieder aufs neue geflasht und begeistert. Derzeit sind die Jungs mit ihrem Bassisten Malte Huck auf Tour und so gut wie alle Konzerte sind restlos ausverkauft.

Mein Tipp: Wenn ihr die Chance haben solltet, sie LIVE zu erleben, lasst sie euch auf keinen Fall entgehen! Gefühlvolle Texte, die stellvertretend für die Generation Anfang-Mitte-Zwanzig sprechen und von denen man sich unglaublich verstanden fühlt treffen auf die Reibeisenstimme von Henning, der unter anderem auf dem neuen Album von K.I.Z zu hören ist sind einfach eine Wucht. AMK gehen unter die Haut und bleiben im Herzen.

Vielleicht wird ja bald eine Plattenfirma auf die talentierten jungen Kölner aufmerksam, denn das hätten sie auf jeden Fall verdient. Wir können jedenfalls verdammt gespannt sein, in welche Richtung sich die Band noch entwicklen wird.

Dan die Band auf keinem Streamingportal vertreten ist, gibt es heute keine Spotify-Playlist, dafür aber ein paar Youtube-Videos.

Viel Spaß damit

wünscht euch
Mara Muffensausen