Zurückgespuhlt: Frank Turner – England keep my bones

Hallo liebe Leser*innen,

 

zunächst einmal möchte ich euch ein frohes neues Jahr wünschen, bevor ich mich der schon länger versprochenen Review meines Lieblingsalbums von Frank Turner widmen werde!

 

Frank Turner ist nicht nur Musiker, nein mittlerweile sogar Autor eines Bestsellers, der den Namen „The Road beneath my feet“ trägt und in dem er seinen Weg von seinen musikalischen Anfängen mit Million Dead bis heute beschreibt. Meiner Meinung nach ein Muss für jeden Fan.

 

England keep my Bones ist eine Musikalische Liebeserklärung an die Heimat des Musikers, der jahrelang keine eigene Wohnung besaß, da er sowieso immer auf Tour war, der seine Nächte nach Auftritten auf Sofas von Bekannten verbrachte. Er ist ein Musiker, denen man den Erfolg mehr als gönnt, da er ihn sich durch Kontinuität und Durchhaltevermögen selbst erarbeitet hat. Er hat seinen Traum nie aufgegeben. Gleichzeitig hat er dadurch auch nie die Bodenhaftung verloren, er nimmt sich Zeit für seine Fans und behandelt uns wie seine Freunde, beantwortet E-Mails und begibt sich nach den Shows meist noch unter die Zuschauer um ein wenig mit ihnen zu plaudern.

Es handelt sich bei der Vinyl um das vierte Studioalbum des Songwriters, auf dem die folgenden Songs vertreten sind.

 

 

A

Eulogy

Peggy sang the blues

I still believe

Rivers

I am disappeared

English curse

B

One foot before the other

If ever I stray

Wessex boy

Nights become days

Redemption

Glory Hallelujah

Innerhalb kürzester Zeit wurde diese Platte zu meinem Lieblingsalbum von Mr. Turner, ich halte es nach wie vor für das beste (bisher).

Das Album strahlt eine Ruhe aus, die sich beim Anhören auf mich überträgt. Dabei gelingt es ihm gleichzeitig nicht langweilig zu sein, was ein großes Kunststück ist. Es flüstert einem Mut zu, ohne dabei Laut werden zu müssen. Es ist sanft mit seinen Botschaften, und es versteht die Sorgen und Ängste, die vermutlich jeder Mensch kennt. Das beginnt auch direkt mit dem ersten Song, der uns lehrt, dass man sich nicht mit den erfolgreichsten und bekanntesten Menschen auf diesem Planeten vergleichen sollte, dass es aber sehr wohl wichtig ist, für seine Träume und Ziele zu kämpfen. Denn: wenn man gar nicht kämpft, hat man schon verloren! Es ist nicht wichtig, was andere von dir erwarten, solang du dir selbst gerecht wirst und nach deinen eigenen Vorstellungen lebst. Du musst nicht berühmt werden, oder reich. NUR du musst glücklich sein, mit dem was du tust.

 

Not everyone grows up to be an astronaut,
Not everyone was born to be a king,
Not everyone can be Freddie Mercu-ry,
But everyone can raise their glass and sing.
I may not be the perfect kind of person,
I may not do what mum and dad dreamed,
But on the day I die, I’ll say at least I fucking tried.
That’s the only eulogy I need,
Thats the only eulogy I need.

 

Im Song „I still believe“ befasst sich Frank Turner mit der Magie, die Musik bedeuten kann. Welche Kraft sie einem geben kann, wenn sie „ehrlich“ ist und von Herzen kommt. Musik kann, wie ich gelernt habe, die wichtigste Motivationsquelle sein um weiterzumachen, zu kämpfen und Mut zu fassen. Genau so verhält es sich, laut Mr. Turner, auch mit dem musizieren selbst.

 

And who’d’ve thought that after all
Something as simple
As rock ’n‘ roll would save us all?
Who’d’ve thought that after all
It was rock n roll

 

I am disappeared befasst sich mit Ängsten und Gefühlen, die jeder Mensch kennt. Das Gefühl, dass einem alles über den Kopf wächst und dass einem eigentlich alles zu viel wird und man nur verschwinden will, kennen sicherlich viele. Ich persönlich fühle mich von diesem Song unglaublich verstanden, denn es geht bzw. ging mir sehr oft so, dass ich heillos überfordert war und einfach nichts mehr davon wissen wollte. Wann immer der Song läuft singe ich lauthals mit und frage mich, wie Frank in meinen Kopf schauen kann und die passenden Worte für das findet, was ich nicht ausdrücken kann. DANKE dafür!

 

And on the worst days, when it feels like life weighs ten thousand tons,
I sleep with my passport, one eye on the backdoor, so I can always run.
I could get up, shower and in half an hour I’d be gone

 

Allein die Tatsache, dass man verschwinden KÖNNTE, sollte es wieder einmal hart auf hart kommen, kann schon eine unglaubliche Beruhigung sein, da hat Frank absolut Recht.

 

Bei dem Song If ever I stray handelt es sich sowohl an eine Liebeserklärung an Freunde, als auch die Heimat, an die Dinge, die einen Erden, die einen runterholen, wenn man durchdreht oder neben sich steht, die für einen da sind, wenn man sich selbst oder den Mut verliert. Ein Dankeschön an den Weckruf, der einem wieder klar macht, wo man steht.

Come on and join me in the water,
And we’ll swim for home.
Sometimes it’s hard to remember:
I couldn’t do this on my own.

[…]

The path I chose isn’t straight and narrow:
It wanders around like a drunken fellow.
Sometimes it’s hard for me to follow,
But if you’ve got my back I’ll go on,
If you’ve got my back I’ll go on.


Die Songs Rivers, English Curse, One Foot before the other & Wessex Boy drücken die Heimatverbundenheit des Musikers, der u.a. auch eine Zeit lang Geschichte studierte und sich nach wie vor sehr für dieses „Thema“ begeistern kann, aus. Dies wird vor allem in „English Curse“ sehr deutlich.

Fazit:

Das Album ist voller Lebensgefühl, es findet für die verschiedensten Situationen, es kann eine Umarmung sein, aber auch die richtige Motivation, die Dinge anzugehen, gegen die man sich vielleicht sträubt. Es zeigt, dass es immer Menschen gibt, auf die man sich verlassen kann und die hinter einem stehen, selbst wenn man gerade vielleicht nicht „funktioniert“. Es zeigt die Freuden des Lebens aber auch, dass man immer etwas Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten haben sollte.
Danke dafür, Frank!