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10 Gründe, lieber beim „Plattenladen um die Ecke“ einzukaufen

In Zeiten des Vinylbooms ist es nicht ungewöhnlich, dass Schallplatten auch wieder den Weg zu Media Markt, Saturn & co. gefunden haben. Selbst der Online Versandriese Amazon macht ein gutes Geschäft mit Vinyl. Doch was ist eigentlich mit dem Fachgeschäft? Dem Plattenladen um die Ecke?

Klar, die Elektronikfachgeschäfte sind in so gut wie jeder Stadt zu finden, der Aufbau ist in jeder Filiale ähnlich, aber mal ehrlich, ist das der richtige Ort um Schallplatten zu kaufen? Ich denke nicht. Daher habe ich ein paar Gründe zusammengetragen, warum der „Plattenladen um die Ecke“ auch abseits des Record Store Days immer einen Besuch Wert ist.

1.Die Auswahl.

Egal wie groß die Vinylabteilung im Elektronikmarkt auch ist, sie ist nur ein Teil des Gesamtkonzeptes. Vinyl verkauft sich gut, darum ist es wieder im Sortiment gelandet. Dementsprechend findet man dort eher Platten, die sich auch in den Charts platzieren. Große Künstler. Es wird nur verkauft, was kein Risiko für die Einkünfte darstellt. Plattenläden hingegen waren nie wirklich „weg“. Plattenläden sind als Fachhändler auf den Vertrieb von Musik (egal ob auf Vinyl oder CD etc.) spezialisiert. Daher bieten sie eine breitere Auswahl von verschiedensten Platten an, egal ob Mainstream oder Underground. Egal ob es eine sichere Investition ist oder nicht.

2. Die Persönlichkeit / Atmosphäre

Ein Plattenladen lebt natürlich auch von der Anzahl der Kunden, jedoch wird es dort niemals eine „Abfertigung“ wie bei den Elektronikriesen geben. Zu den Stoßzeiten kann es schon ziemlich hektisch werden. Im Plattenladen hingegen ist die Zeit nicht von Bedeutung. Manchmal betritt man einen und verlässt ihn erst 1-2 Stunden später ohne das Gefühl zu haben, seine Zeit verschwendet zu haben. Die Verkäufer nehmen sich die Zeit für ihre Kunden, geben einem das Gefühl willkommen zu sein. Man selbst (als Kunde) nimmt sich und hat Zeit zu stöbern. Man kommt ins Gespräch, entdeckt Sachen, die man nicht gesucht hat, aber un-be-dingt braucht. Die Größe des Ladens hat nicht unbedingt Einfluss auf die Vielseitigkeit des Angebots. Ein schummriger, kleiner Laden strahlt eine unheimliche Gemütlichkeit im Gegensatz zu den meist überleuchteten Filialen der Elektronikfachmärkte aus.

3. Gebrauchte Platten

Ein ganz großer Pluspunkt ist natürlich, dass man im Plattenladen nicht ausschließlich neue Veröffentlichungen erwerben kann, sondern auch Second-Hand-Platten kaufen und verkaufen kann. Oft finden sich also preisgünstige Schätze versteckt zwischen Neuveröffentlichungen und Sammlerstücken, die auf Plattenbörsen teilweise für unfassbare Preise verkauft werden.

4. Empfehlungen

Plattenhändler haben Ahnung von Musik, nicht dass ich es dem Mediamarkfachverkäufer absprechen würde, ebenfalls Ahnung zu haben…
Mir ist es schon oft passiert, dass ich neue Musik durch Gespräche im Plattenladen entdeckt habe. Man wird angesprochen, ob man denn Band XYZ schon kenne, denn die passe ja zu dem was man beim letzten Mal gekauft hat. Manchmal läuft auch einfnach Musik im Laden, die einen anspricht und man fragt: „Hey, wer ist das denn?“, oder man erinnert sich daran, dass man die Band ganz gern mag und eigentlich noch gar nichts von dieser auf Vinyl besitzt.

5. Zubehör

Neben den Scheiben aus Vinyl, bieten Plattenläden auch ganz viel Zubehör für den Schallplattenfreund. Es werden Plattenspieler, Nadeln, Slipmats, Reinigungs- und Pflegesets und Plattenkoffer, -sleeves, Rahmen und andere Aufbewahrungsmöglichkeiten angeboten. Auch hier ist das Sortiment in der Regel wesentlich breiter, als bei Saturn & co. Die Beratung gibt es kostenfrei dazu, wenn man etwas Zeit und offene Ohren mitbringt. So kann erörtert werden, was für den jeweiligen Kunden das Beste ist.

6. Service

Ein Plattenladen, der nicht Teil einer Kette ist, lebt natürlich überwiegend von Stammkundschaft. Dementsprechend wird man dort in den seltensten Fällen schlecht gelaunte Verkäufer antreffen. Hier wird Serviceorientierung noch großgeschrieben, denn anders als bei den Elektronikmärkten, die die Kundschaft mit Werbespots und großen Marken anlocken, hat der Plattenladen umme Ecke eher Laufkundschaft, die es natürlich auch für sich zu gewinnen und zu behalten gilt. Fragen werden geduldig beantwortet, Beratung mit Herzblut durchgeführt und der Käufer mit einem Lächeln oder Handschlag begrüßt. Auch das macht einen großen Teil der Atmosphäre aus. Da kann der Laden noch so schummerig sein, wenn das Lächeln der Kunden & Verkäufer ihn erhellt, ist es für beide Seiten eine Win-Win-Situation. Gern kann die gewünschte Ware, ob nun Gerät oder Datenträger, bestellt, importiert oder anderweitig für den Kunden besorgt werden.

7.Lebensunterhalt

Mediamarkt u.a. haben wie oben schon erwähnt genügend Einkünfte über ihr Gesamtsortiment, sie sind, im Gegensatz zum liebevoll geführten Laden, nicht hauptsächlich von den Verkäufen der Platten sbhängig. Macht euch bitte klar, dass jede verkaufte Platte, jedes T-Shirt oder was der Laden sonst noch anbietet das Leben des Verkäufers und Besitzers, sowie den Fortbestand des Ladens sichert. Das sollte einem der ggf. 1 bis 2€ höhere Preis doch wert sein, oder? Mir ist es das auf jeden Fall!

8.Unterstützung des lokalen Einzelhandels

Viele Plattenläden machen am Record Store Day wichtige Umsätze, die in anderen Monaten ggf. wieder in der Kasse fehlen. Ihr unterstützt mit eurem Einkauf nicht nur die Menschen, sondern auch den lokalen Einzelhandel, der an viele anderen Stellen durch Thalia, MediMax und wie sie nicht alle heißen, zerstört wird. Ihr tut mit eurem Einkauf also nicht nur euch selbst einen großen Gefallen. Bedenkt das vielleicht, wenn ihr das nächste Mal eine Platte auf Amazon vorbestellt. Diesen Service bietet auch jeder gute Plattenladen an und das in der Regel für euch versandkostenfrei! Und es ist doch ein viel schöneres Gefühl in den Laden zu gehen und die Platte abzuholen. Wesentlich schöner, als sie bei der Post abholen zu müssen, lange dafür in der Schlage zu stehen, weil der Paketbote wieder zu faul war in den dritten Stock zu gehen.

9. Das gute Gefühl, das Richtige getan zu haben

Jedes Mal, wenn ich meinen Lieblingsplattenladen verlasse, habe ich ein glückliches Lächeln im Gesicht, egal ob ich nur ein Shirt, oder 5 Platten gekauft habe. Es macht keinen Unterschied. Ich fühle mich dort wohl und finde es auf Grund der bereits genannten Punkte unglaublich befriedigend, Geld am richtigen Ort ausgegeben zu haben. Das könnt ihr auch ganz leicht erreichen. Selbst wenn euch vielleicht nur das Design der für den Laden angefertigten Slipmat gefällt und ihr sie mitnehmt. Selbst damit habt ihr schon wieder etwas Gutes getan, egal wie viele ihr schon zu hause habt.

10. Die Dankbarkeit

Ich erlebe jedes Mal das Gleiche: Die Verkäufer / Besitzer freuen sich, dass du bei ihnen eingekauft hast. Oft gibt es noch Promo-Material dazu oder der Preis wird bei den insgesamt 5 Platten in der Summe noch einmal um ein paar Euro gedrückt. Ganz egal was es auch ist, die Dankbarkeit ist immer zu spüren. Und wenn das nicht eigentlich schon Grund genug ist, durch die halbe Stadt zu fahren und darauf gespannt zu sein, welchen Schatz man denn dieses Mal wieder entdeckt, dann kann ich euch auch nicht helfen…

& Deshalb bleibt nur noch eins zu sagen:

SUPPORT YOUR LOCAL PLATTENLADEN!!!

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1 Comment

  • Licht und Schatten des Record Store Day – Maras Plattenschrank
    20. April 2016 at 10:18

    […] die in Zeiten von Media Markt, Amazon & Co Umsatzeinbußen zu verzeichnen haben (mehr dazu hier). Doch wie alles Gute, hat auch der Record Store Day seine Schattenseiten. Aber immer der Reihe […]

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