Angst macht keinen Lärm Vol. 3

Am vergangenen Samstag ging das Punk-Festival „Angst macht keinen Lärm“ in die dritte Runde. Dieses Jahr fand es auf dem Gelände des „Waschhaus Potsdam“ statt. Der „kleine Wanderzirkus“, wie Jan Windmeier von Turbostaat so schön sagte, startete vor 2 Jahren in Trier, hielt letztes Jahr in Leipzig, bevor er dieses Jahr unweit der Hauptstadt seine Zelte aufschlug. Die Initiatoren, neben Turbostaat, sind Pascow, die sich neben dem Zusammenstellen des Line-Ups natürlich auch selbst wieder die Ehre gaben. Ebenfalls zum dritten Mal dabei waren Love A. Weitere Gäste auf der Bühne waren Lygo, Freiburg, Die Nerven, Duesenjaeger und Gurr.

Was mir direkt gut gefiel, war dass die Running Order erst vor Ort bekanntgegeben wurde. So wurde allen auftretenden Bands eine Plattform geboten. Wenn man bereits vor Ort ist, ist man eher geneigt, sich einem unbekannte Bands anzuschauen, als wenn man sowieso „erst zu Band XY aufs Festival kommt“. Insofern ein wahrer Pluspunkt für die Organisation.

Das Festival wurde von Lygo eröffnet.

Von Lygo hatte ich dank Adam Angst zumindest schon einmal gehört, muss aber zugeben, dass mir davon leider nicht besonders viel im Kopf geblieben ist, aber ich denke, ich werde mir dennoch einmal die Zeit nehmen mich intensiver in die Band reinzuhören.

Freiburg waren als zweite Band an der Reihe. Ich habe sie bereits als Vorband von u.a. Love A erlebt und auch dieses Mal konnte ich noch nichts damit anfangen. Musik ist eben doch Geschmackssache. Allgemein sorgten die Jungs für gute Stimmung im Publikum und haben eine kurzweilige Show abgeliefert. Vielleicht komme ich ja eines Tages dahinter, was diese Band so besonders macht.

Love A

Love A

Dann war es Zeit für die wunderbaren Love A, die ich bei Angst macht keinen Lärm zum vierten Mal in diesem Jahr Live erlebt habe. Ich hatte mir eins der „Katze im Sack“ Tickets gekauft, als das Line-Up noch nicht komplett war. Daher freute ich mich umso mehr, dass Jörkk & Co auch in diesem Jahr wieder mit von der Partie waren. Love A sind eine dieser Bands, bei denen es NIE langweilig wird ihnen zuzusehen. Neben den guten Texten und dem Charme sorgt besonders Jörkks Performance für eine tolle Würze. Man schaut Love A nicht einfach nur zu. Man singt, lacht & muss diese Menschen auf der Bühne einfach gern haben. Daran führt kein Weg vorbei, auch wenn die Stimme des Sängers für den ein oder anderen vielleicht zunächst gewöhnungsbedürftig scheinen mag. Ich jedenfalls bekomme nicht genug davon und werde auch zukünftig so viele Konzerte der Jungs mitnehmen, wie ich kann.

Die Nerven

Die Nerven

Worauf ich mich an diesem Samstag am meisten gefreut hatte, war der Auftritt von Die Nerven. Doch das Wetter scheint es in diesem Sommer weder mit der Band noch mir gut gemeint zu haben. Schon vom Auftritt von „Die Nerven“ auf dem Kosmonaut Festival verkürzte das schlechte Wetter den Auftritt, oder zumindest das, was ich davon mitbekam. Der 2. Festivaltag war von einem großen Unwetter überschattet und als das Gelände dann um 17 Uhr endlich wieder öffnete, dauerte es noch eine ganze Weile. Bis wir endlich auf dem Gelände ankamen.

In Potsdam bauten die Nerven gerade auf, checkten den Sound und dann kam ein kleines Unwetter, das neben einer Menge Regen auch einiges an Wind mitbrachte, weshalb das Festival kurzzeitig unterbrochen wurde & wir uns alle ins Trockene retten mussten. Glücklicher Weise dauerte es nicht lang, bis der Festivalbetrieb wieder aufgenommen wurde und wir doch noch in den Genuss der [die] Nerven kamen. Ich hatte echt Spaß dabei und konnte doch auch bei 2-3 Liedern schon mitsingen. Die 3 Stuttgarter haben einen recht eigenen aber tollen Sound, der durch die Bühnenshow des Drummers zusätzlich abgerundet wird.

In Zukunft gern mehr davon.

Pascow

Pascow

Nach der vermutlich jüngsten Band im Line-Up folgte die Älteste. Es war Zeit für Pascow. Ich kannte die Band bisher nur vom Hörensagen und durch ein paar ihrer Songs auf Spotify. Das Publikum feierten die Band sehr, sang laut mit und auch ich hatte eine gute Zeit dabei.

Jetzt, wo ich sie Live erlebt habe, werde ich mich definitiv intensiver mit der Band und ihrer Musik befassen, denn Pascow sind wirklich gut.

 

 

Turbostaat

Turbostaat

Worauf wir uns alle 4 gleichermaßen gefreut haben, war der Auftritt von Turbostaat. Nicht einmal der einsetzende, kontinuierliche Regenfall konnte der Euphorie auch nur im Geringsten etwas anhaben. Im Gegenteil, er passte perfekt zur Atmosphäre aus Düsterness und Nebel, die sich von der Bühne aus in Richtung des Publikums erstreckte und ausbreitete.

Die Leute auf und vor der Bühne hatten gleichermaßen viel Spaß, sangen und schrien sich die Seelen aus den nassen Körpern. Auch wenn Turbostaat vielleicht nicht die großen Showmaster sind, so sind ihre Auftritte dennoch immer etwas besonderes, etwas magisches. Es war definitiv das Sahnehäubchen auf dem Festivalmenü und es wird auch ganz gewiss nicht mein letztes Turbostaat-Konzert gewesen sein.

Turbostaat waren die letzte Band, die im Freien gespielt hat. Gegen 23 Uhr war der Auftritt vorbei. Das Festival ging dann im Innenbereich noch mit Duesenjaeger und Gurr, der einzigen Frauen-Band im Line-Up), sowie einer Aftershow-Party mit DJ Friese“ weiter. Wir entschieden uns jedoch auf Grund der nassen Kleidung nach Turbostaat dazu, uns auf dem Heimweg zu machen.

Das Angst macht keinen Lärm ist ein kleines, aber mit ganz viel Herz und gutem Musikgeschmack auf die Beine gestelltes Festival und sollte es im Nächsten Jahr in nicht allzuweiter Entfernung stattfinden, werde ich auch wieder daran teilnehmen. Manchmal muss es eben nicht das Highfield oder Hurricane, oder wie sie alle heißen, sein.

Es gab Vegetarisches, Veganes & Fleischiges zu essen, Verschiedenste nicht alkoholische & alkoholhaltige Getränke sowie Infostände von Pro-Asyl & Kein Bock auf Nazis.

Eine liebe Freundin fasste den Tag folgendermaßen zsammen: „Bands waren gut, Regen war nass.“ Und damit hat sie vollkommen Recht.

Danke also an Nadine, Nils, Sascha & alle Bands, die diesen Tag zu etwas besonderem gemacht haben.

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1 Comment

  • 2016 – Ein Rückblick – Auf dem Weg durchs Leben
    31. Dezember 2016 at 23:39

    […] Bericht über das Festival könnt ihr hier nachlesen, die Einzelheiten würden hier den Rahmen sprengen. Nur soviel: Es war trotz des Wetters […]

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