Gastbeitrag #05 – Lord of the Lost: From The Flame Into The Fire

Ihr Lieben,
der heutige Gastbeitrag kommt von Alena. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!

 

Da kam sie: Die erste, an mich gerichtete Anfrage, einen Blogbeitrag über meine Lieblingsband zu verfassen. Zunächst einmal ein großes „Danke!“ an die liebe Mara! Ich fühle mich geehrt und hoffe deinen Blog bereichern zu können. Genug gequakt!

Mein Name ist Alena, ich bin 18 Jahre jung und zu der Band, von jener der nun folgende Beitrag handeln wird, bin ich im Alter von 15 Jahren gekommen. „Wir“ feiern also nun schon 3 jähriges Jubiläum!
Vorab möchte ich eine Sache direkt loswerden: Lord Of the Lost haben mich verändert. Sie haben meinen Horizont erweitert und mir, musikalisch, völlig neue Türen geöffnet! Dafür bin ich ihnen mehr als dankbar!

Aber wer oder was sind Lord Of the Lost überhaupt? Der Bandname klingt düster, er klingt auf eine Art und Weise erhaben und irgendwie auch ziemlich klischeehaft. Lord Of the Lost machen Dark-Rock made in St. Pauli. Das zumindest behauptet die Genre-Bezeichnung auf Wikipedia.

Tatsächlich lassen sich die Herren (Bo Six, Gared Dirge, Class Grenayde und Tobias Mertens) rund um Chris ‚The Lord‘ Harms, aus Hamburg nicht so recht in eine der gefühlt 1000 verschiedenen Musik-Genres hineinstopfen. Dafür ist diese Band einfach viel zu vielfältig. Sie können laut und ‚voll auf die Fresse‘ (EP: Full Metal Whore, 2015) sowie leise und emotional (Album: Swan Songs, 2015) sein. Die Texte reichen von „Let’s fuck the priests and nuns and nail them to the cross of light“ (Kingdom Come, 2014) bis hin zu „And even dark nights are ending in dawn, you’ll have time to cry when I’m gone“ (See you soon, 2012).

Also wo ordnet man sie ein? Innerhalb der ’schwarzen Szene‘ bezeichnet man sie unter anderem liebevoll als ‚Gothic-Boygroup‘. Wer die ‚Lollies‘ einmal live erlebt hat, der versteht auch wieso. Kein Wunder also, dass sie gerne einmal „Everybody“ von den Backstreet Boys covern!

Auf der Bühne herrscht viel Bewegung und man merkt, hier machen fünf Kumpels das, was sie am Liebsten tun: Musik. Und das ist letztendlich auch schon das einzige, todsichere Genre was man im Zusammenhang mit Lord Of the Lost nennen kann. Sie machen Musik. Vom schroffen Gitarrenbrett über elektronische Synths (Album: Empyrean, 2015) bis hin zu -Achtung- Samba-Ryhtmen und Trompeten (La Bomba, 2014), die Bandbreite, an welcher sich die Musiker bedienen, ist schier endlos.
Und doch hat man bei jedem neuen Album, beim Durchhören das Gefühl: Das sind Lord Of the Lost. Eine -ich nehme das Wort jetzt doch ungern in den Mund- Gothic-Band mit einem Hang zu Ausflügen in die weite, weite Welt aller möglichen Stilrichtungen…außer Volksmusik und Schlager.

Das erste Album, wessen Veröffentlichung ich bewusst wahrgenommen habe, ist „From the Flame into the Fire“ aus dem Jahr 2014. Die erste Gänsehaut machte sich bereits beim Anhören des ersten Songs „Fists up in the air“ breit. Vor allem live packt mich dieser Song immer wieder. Das beinahe epische Intro, welches zum Choral wird und die darauf folgenden harten Gitarrenklänge gehen einfach durch und durch.
„We are proud, wer are strong. Shout it out loud: WE ARE ONE“.

Direkt danach folgt mein persönlicher Favorit „Kingdom Come“. Religionskritik geht immer! Wenn sie dann auch noch musikalisch so formvollendet verpackt ist, macht sie auch noch richtig Spaß.
Mehr als „Der Song fetzt eben einfach!“ lässt sich zu „Kingdom Come“ auch gar nicht sagen. Außer vielleicht folgendes:
Bei „Give me a reason to believe before I die“ lässt es sich so wunderbar lächeln und daran denken, dass man diese „reason“ in der Musik und vielleicht sogar auch in dieser Band gefunden hat.

Und dann kommt der Knaller. „La Bomba!“. Ein Lied wie vom anderen Stern. Ich habs einmal gehört, ich hab’s zweimal gehört und irgendwann dachte ich mir: Was zur Hölle ist das bitte für ’ne geile Scheiße?!
Wie so oft, man kann es nicht beschreiben. Es ist so wunderbar skurril, so wunderbar absurd und im Zusammenhang mit dem dazu gedrehten Musikvideo einfach nur sehens- und hörenswert! Ein Song der jedes Klischee über die dunkle Gothic-Szene zersplittern lässt. Ja doch! Auch die ‚Grufties‘ haben Spaß am Leben!
„Danger, danger, Kamikaze! Let’s fuck in the flashes of the paparazzi!“

Der letzte Song, den ich euch von diesem Album ans Herz legen möchte ist „Go to Hell“. Einer der ruhigen Songs, des doch ziemlich reinschmetternden Gesamtwerks. (Ich verweise hier auch sehr gerne auf die Akustik-Version, welche auf dem Klassik-Album „Swan Songs“ zu finden ist!)
„Go to hell and bring back my soul, once I sold it for fame and for gold
Go to hell bring the flame to Rome, tell the devil I’m not coming home…“

Um es noch einmal deutlich zu sagen: Diese Band ist vieles, aber niemals eintönig und auf einem Sound festgefahren!

Vielleicht lässt sich dieser Beitrag am besten mit einem „Danke!“ abschließen. Danke für nun schon fünf grandiose Auftritte, nette Begegnungen und das Kennenlernen eines wunderbaren Menschen, den ich nun zu meinen besten Freunden zählen kann. Danke für Tränen, danke für Luftsprünge, danke für Lachanfälle. You still can die tomorrow. Make love, make war. Stay strong, rage on and on and on!