[Konzert] Lärm, Schweiß & Dicke Luft: So war es bei Die Nerven im West Germany Berlin

Die Nerven (v.l.n.r.: Max Rieger, Kevin Kuhn & Julian Knoth)

Freitag Abend, kurz nach halb 9 begann der Einlass zum „Secret Gig“ der Band „Die Nerven“ im West Germany Berlin, der gleichzeitig ihr 202tes Konzert war. Für mich war es der dritte Auftritt der Stuttgarter Band. Abendkasse Only.
Der Laden: klein, weiß gefliest und irgendwo zwischen „noch nicht fertig“ & „noch nicht komplett abgerissen!“. Die Bühne: Eng & auf Bierkästen gebaut. CandelillaEr Laden füllte sich stetig und im Publikum waren Menschen jeden Schlags wiederzufinden, egal ob Punk, Anzugträger oder Hipster, alle waren sie gekommen um gemeinsam die Nerven zu feiern. Doch die kamen nicht allein.

Candelilla (spanisch für: kleine Kerze) aus München betraten eine knappe Stunde nach Einlass die Bühne. Gitarre, Bass, Schlagzeug & Keyboard standen schon bereit. Frauenpower durch und durch. Absolut sehens- & hörenswert, wie ich finde (2017 kommt eine neue Platte).

Nach einer kleinen Umbaupause ging es dann direkt los mit dem Hauptact des Abends: Die Nerven. Vom ersten Ton an war das Publikum Feuer und Flamme. Im wahrsten Sinne des Wortes. Es dauerte nicht lange bis die Luft heiß und stickig wurde, von den ganzen gerauchten Zigaretten mal abgesehen. „Lärm, Schweiß & dicke Luft“ sind die 3 Worte, die den Abend am besten beschreiben. Dabei kam Max Rieger (Gitarre & Gesang) sogar ohne erhobenen Mittelfinger gegen das Publikum & seine Bandkollegen Julian Knoth (Bass & Gesang) und Kevin Kuhn (Schlagzeug) aus. Die Setlist enthielt neben den Hits der 3 Alben auch 2 neue, bisher unveröffentlichte Songs, sowie auch einen von der EP „Asoziale Medien“. Max RiegerBeim Song Angst, dem ein oder anderen vielleicht durch den Auftritt von Tocotronic im Musikvideo bekannt, schien beim Publikum auf die größte Gegenliebe zu stoßen. Die Strophe sangen die Konzertbesucher laut mit, weshalb die Band sie das Publikum 4 oder 5 Mal singen ließ. Ein Gänshautmoment, nicht nur für die 3 Menschen auf der Bühne, sondern vor allem für das Publikum. Alle hatten Spaß an dem Auftritt, dessen einziges Manko es war, dass der Gesang oftmals von den Instrumenten so übertönt wurde. Wer die Texte nicht im Schlaf beherrschte, hatte an einigen Stellen sowohl bei Candelilla, als auch den Nerven selbst, Probleme den Text zu verstehen. Vielleicht lag . Es war wild, es war heiß, es war laut. Genau das, was man von einem guten Konzert erwarten kann.

Alle guten Dinge sind drei?

Nein! Diese Band will ich definitiv noch häufiger sehen & hören!