Angst macht keinen Lärm 2017

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DIyGunmXoAATFQc.jpg_largeGestern fand zum vierten Mal das „Angst macht keinen Lärm“ statt. Das von Turbostaat auch liebevoll als „Wanderzirkus“ bezeichnete Festival wurde dieses Jahr bei bestem Wetter auf dem Gelände vom Club Tante Ju in Dresden veranstaltet.

 

Neben den „Stamm“-Bands Love A, Pascow & Turbostaat waren dieses Jahr auch Goldner Anker, Karies, Captain Planet, Schreng Schreng & Lala, Rattengold sowie Decibelles am Start. Doch fangen wir mal von Vorn an.

Eröffnet wurde das Festival von Schreng Schreng & La La. Eine Band bei der der Name Programm ist: Schreng Schreng (Lasse Paulus, Gitarre & Ukulele) und La La (Jörkk Mechenbier, auch bekannt als „Schreihals“ von Love A).

Schreng Schreng & La La

Schreng Schreng & La La

Das Duo hatte seine eigene „Bühne“ aka ein von einem Pavillion überdachteds Fleckchen Wiese. Es war sehr gemütlich und, wie Menschen, die Love A schon live erlebt haben, sich denken können auch sehr lustig. Gespielt wurden u.a. Songs von den beiden Alben Berlusconi & Echtholzstandby. Das schönste an der akustischen Perfomance war die Lautstärke des Publikumsgesangs bei Songs wie „Ekel & Abscheu“, „Dschungelkoffer“ „Eltern“ & „Nathalie“. Wer sitzt nicht gern mit Freunden gemeinsam singend auf einer Wiese und trinkt dabei ein Bierchen (oder in diesem Fall von der Band bereitgestellten Schnaps)? Genau so fühlte sich dieser Auftritt an.

Mit Karies waren in diesem Jahr auch wieder Vertreter der Stuttgarter Szene im Line-Up vertreten, nachdem im letzten Jahr „Die Nerven“ auftraten.

Karies

Karies

Benjamin, Jan, Kevin & Max als zweite Band auf der Hauptbühne auf. Für meinen Geschmack hätten sie gern einen größeren Slot (= längere Spielzeit) bekommen können. Die Zeit, die ihnen zur Verfügung stand, haben sie aber optimal genutzt. Neben Songs wie „Ego“, „Abwärts“, „Es lachte“ & „Keine Zeit für Zärtlichkeit“ gab es auch eine Live-Premiere. Zum ersten Mal wurde ein neuer Song (vom kommenden Album, an dem die Band gerade arbeitet) gespielt. Ich als Fan der Band bin somit voll auf meine Kosten gekommen. Beim Restlichen Publikum gab es gemischte Reaktionen. Das spürte die Band natürlich und so verabschiedete sich Drummer Kevin mit einem „Wenn ihr nach dem Song nicht unsere Freunde und Freundinnen seid, dann fickt euch“ vorm letzten Song des Sets vom Publikum. Pöbeleien wie diese gehören eben auch zu einem Karies-Auftritt. Ich freue mich jedenfalls schon auf Oktober, wenn Karies in der Kantine am Berghain auftreten.

Captain PlanET (& die gerissene Saite)

Captain PlanET (& die gerissene Saite)

Weiter ging es mit Captain PlanET. Eine Band bei der ich mir, nicht nur auf

Empfehlung von Freunden, ursprünglich vorgenommen hatte, sie mir vorm Festival anzuhören. Aber natürlich kam letztendlich wieder alles ganz anders und aus diesem Plan wurde nichts. Nach dem Auftritt bin ich endlich überzeugt, dass ich bisher ordentlich etwas verpasst habe. Aber besser Spät als nie. Captain PlanET haben jedenfalls ordentlich abgerissen und die Menge zum Kochen gebracht.

Love A

Love A

Gut eingeheizt ging es dann weiter mit Dominik, Jörkk, Karl & Stefan, besser bekannt unter dem Namen Love A. Der erste der 3 Stammgäste des Festivals. Was hat diese Band abgeliefert. Das Set war eine gute Mischung aus neuen Songs (Das Album erschien im Mai diesen Jahres) und Klassikern (kann man bei Love A eigentlich schon von „Klassikern“ sprechen? Nein? Ach egal!), Publikumsanimationen („Ich sag Love & ihr sagt A“ – „Love“ „Ey“ – „Love“ „Ey“…).

Sänger Jörkk verausgabte sich wieder bis zur Erschöpfung und das Publikum dankte es ihm mit lautem Gesang, Applaus & Gegröhle. „Love Live“ ist eben immer wieder ein Erlebnis und die Band für mich vom Festival kaum wegzudenken.

Spätestens beim Auftritt von Pascow drehte das Publikum endgültig durch und es gab kein Halten mehr. Es wurde gepogt bis zum Umfallen. Mich erstaunt es immer wieder, wieviel Energie bei Auftritten der Band freigesetzt werden. Sowohl auf der Bühne, als auch im Publikum. Wie Basser Flo beim beim Kreiseln und Springen die Seiten trifft, ist mir ein Rätsel und das Sänger Alex sich beim Auftritt nichts ausgerenkt hat, ist mindestens genau so erstaunlich. Pascow sind Laut, Pascow sind wütend, aber Pascow sind auch verdammt nochmal eine großartige Band!

Für den Auftritt von Turbostaat haben wir uns von unseren Plätzen in der ersten Reihe zurückgezogen um mal eine andere Perspektive zu haben, als sonst von unseren Stammplätzen.

Turbostaat

Turbostaat

„Vormann Leiss“, das 3. Album der Husumer Punkband, ist im August 10 Jahre alt geworden und anlässlich diesen runden Geburtstags spielte die Band das komplette Album. Das Publikum drehte durch vor Freude. Die Platte zählt definitiv zu meinen Lieblingsalben von Turbostaat & ich glaube mit dieser Meinung bin ich nicht allein. Dieses spezielle Set von Turbostaat war für uns ein krönender Abschluss für einen absolut gelungenen Tag in Dresden.

Wir sind gespannt wohin uns das AMKL im nächsten Jahr führen wird und freuen uns schon drauf! Meinetwegen könnte es direkt wieder losgehen. Das AMKL hat sich nach 2 Besuchen definitiv zu meinem absoluten Lieblingsfestival gemausert.
Die Idee, die Organisation und vor allem das Herzblut was die Veranstalter in diesen Wanderzirkus stecken ist an jeder Ecke deutlich zu spüren. Es ist verdammt schön ein Teil davon sein zu dürfen.