2017. Bands, Musik und Emotionen.

Nach 27 Konzerten und 2 für mich vollkommen konzertfreien Monaten nähert sich das Jahr 2017 langsam seinem Ende zu. Ich habe lange überlegt, welche Form dieser Beitrag haben soll, aber wie könnte man es besser gestalten als Monat für Monat festzuhalten, was 2017 musikalisch für mich bereit gehalten hat.

Wer ich bin? Annika, 24, startet mit einem Jahresrückblick in diesen Blog. Musik ist ein bisschen wie die Luft zum Atmen. Frei nach Love A: „Kopf aus. Musik an. Leg deine Hände in den Schoß Oder Aufsteh’n oder Tanzen Bis die Füße bluten.“

Januar: Gleich zu Beginn des neuen Jahres sollte ich eine Entdeckung für mich machen, welche mich das ganze Jahr über begleiten sollte: Turbostaat. Vom Namen her war mir die Band zwar seit 2012 ein Begriff, aber erst beim Konzert in Köln ist der Groschen so richtig gefallen.

Februar: Ein ziemlich ruhiger Monat. Ich habe Glitzer auf Beton von Schrottgrenze für mich entdeckt. Für mich immer noch eines der bedeutendsten Alben, welche dieses Jahr erschienen sind. Sie spricht genau im richtigen Moment die richtigen Themen an, denn was ist deutlicher als ein „Lieb doch einfach, wen du willst“?

März: Geburtstagsmonat und vermutlich mein verrücktester Konzerttrip des Jahres, weil er innerhalb von gefühlten 10 Minuten geplant und gebucht wurde. Eben bereits erwähnte Schrottgrenze spielten auf meinem Geburtstag im Musik&Frieden in Berlin. Ich hatte noch nichts vor und da ich sehr verliebt in diese Band bin, habe ich Mar zum Konzert begleitet.

April: Das neue Patrick Richardt Album ist erschienen. So wie nach Kriegen war damals eines der ersten Alben, die ich vom GHvC erstanden habe und ich habe Jahre auf den Nachfolger Soll die Zeit doch vergehen gewartet. Es hat sich gelohnt. Patrick Richardt hat wieder mitten in mein Herz getroffen. Dazu wie es live war, kann ich nur sagen, dass es war als wäre wieder 2013. 2013 mit neuen Tönen. Mit Patrick Richardt ist es wie mit diesen Freunden, die man ewig nicht sieht bei denen man allerdings das Gefühl hat sich erst gestern zum letzten Mal gesehen zu haben.

Mai: Nicht nur, dass der Mai mit einem neuen Love A Album um die Ecke gekommen ist, welches Perfektion ist. Nein, im Mai habe ich auch etwas getan, was für mich viel bedeutender war. Es gibt da diese eine Band, die ich seit beinahe 10 Jahren höre und die ich noch nie live sehen konnte. Ende Mai war es dann aber endlich soweit. Ich stand alleine (was nicht einmal ansatzweise schlimm war) in der Großen Freiheit und habe Simple Plan live auf einer Bühne gesehen. Ich habe mir wirklich einen Jugendtraum erfüllt und wurde nicht einen Deut enttäuscht. Vielmehr habe ich mich wieder neu verliebt und seitdem lief beinahe ununterbrochen irgendein Album der Kanadier. Wenn ich an etwas mit Liebe zurückdenke hinsichtlich des musikalischen 2017, dann ist es Simple Plan und dieser eine Abend, der mir jetzt gerade vielleicht auch eine Träne in die Augen treibt vor Glückseligkeit.

Juni: Mein erste Gedanke ist dieser unfassbar heiße Tag an dem Nicole und Ich nach Bielefeld gefahren sind, um das Campus Festival zu besuchen. Neben der Antilopen Gang haben wir uns natürlich Adam Angst angesehen – ein Jahresrückblick von mir ohne Adam Angst zu erwähnen, wäre auch wirklich überraschend gewesen – und auch Casper hat mich für einige Lieder begeistert. Schön wars!

Juli: Der Festivalsommer hat die Bands voll im Griff, aber mich nicht. Nur eine Show. Dafür aber ein Lied, welches mich dazu gebracht hat doch noch ein Album vorzubestellen, welches mich bis dato vollkommen kalt gelassen hat. Keine Angst von Casper feat. Drangsal hat das Ruder noch einmal herum gerissen. Ich liebe dieses Lied noch immer wie am ersten Tag und Casper hat mir damit gezeigt, dass er das was ich bisher immer so an seiner Musik geliebt habe immer noch kann.

August: Das einzige Festival, welches ich dieses Jahr besuchen wollte, ist buchstäblich ins Wasser gefallen. Allerdings hat der Veranstalter es nicht auf sich sitzen lassen und mit ein paar kleinen Änderungen das komplette Green Juice ins Trockene verlegt und das innerhalb von ein paar Stunden. Allein für diese Leistung muss es hier Erwähnung finden. Außerdem war im August auch diese geniale Turbostaat Show im Druckluft in der Heimatstadt, welche einer meiner liebsten des Jahres ist.

September: Während das Jahr auf sein Ende zugeht, wurde es bei mir auch immer ruhiger, aber im September war ich mal wieder im Druckluft zu Gast und habe mir Martin Kelly angesehen. Ganz anderes Ambiente als sonst, weil süße kleine Tische mit Kerzen und Sessel aufgestellt worden waren. Genau die richtige Atmosphäre für einen Singer-Songwriter-Abend.

Oktober: Meine letzten Konzerte für dieses Jahr fanden in diesen Monat statt, aber Montreal waren ein sehr würdiger Abschluss für mein Konzertjahr 2017. Nicht nur, dass es immer wieder Spaß macht die Drei auf einer Bühne zu sehen. Viel besser ist es, dass ich sicher sein kann, dass immer 2 Menschen da sein werden, die ich sehr selten sehe, aber sehr schätze.

November: Winterruhe. Zumindest beinahe. Im November ist das aktuelle Fjørt Album Couleur erschienen, welches im September mit der fulminanten Hotelsession angekündigt worden war. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich es immer noch nicht geschafft habe eine ruhige Minute zu finden, um es mir endlich anzuhören.

Dezember: Mittlerweile bin ich wohl im musikalischen Winterschlaf angekommen, aber eine Sache fällt mir doch ein, die diesen Monat passiert ist. Ich habe mir selbst Schick Schock von Bilderbuch zu Weihnachten geschenkt. Nachdem ich sie damals live echt mies fand, hab ich in letzter Zeit so oft Maschin‘, Om und Schick Schock gehört, dass ich jetzt irgendwie doch nicht mehr drum herum gekommen bin.

Wie man in diesem viel zu langen Exkurs erkennen kann, war 2017 musikalisch ein gutes Jahr für mich. Ich hab neue Bands entdeckt, mich für alte erneut begeistert und alles in allem gute Zeiten mit guten Menschen verbringen können.

2018 steht jetzt in den Startlöchern und ich bin gespannt, was auf mich zu kommt. Vielleicht ja doch endlich mein ersehntes zweites Adam Angst Album oder eine neue Europatour von Simple Plan. Wer weiß. Alles was ich weiß ist: Es muss nur immer Musik da sein.