Heiß, heißer, Tourlaub mit The Busters. (Teil 1: Frankfurt a.M. / Bremen / Bielefeld / Köln)

Ftot © fdjpunx, nach dem Konzert im Forum in Bielefeld

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 10:21 Uhr auf dem Dresdner Hauptbahnhof. Ein bisschen verzweifelt stapfe ich auf der Suche nach einem freien Sitzplatz durch den völlig überfüllten ICE. Als ich mir den Zug im Oktober OHNE Sitzplatzreservierung buchte, hatte ich nicht daran gedacht, dass nach Weihnachten alle wieder nach Hause fahren würden – ich folgte der irrsinnigen Annahme, dass ich fast alleine sein werde, da bestimmt viele über Neujahr bei ihren Familien bleiben würden. Nun ja. Da lag ich falsch.
Glücklicherweise finde ich noch einen Platz und muss die 4 1/2 Stunden bis nach Frankfurt nicht stehen. Die 2017 / 2018 Straight Ahead Tour von The Busters beginnt für mich dort, wo die letzte Tour (SKA BANG 87) für mich auch auf gehört hat: im Bett. Also ich bin zwar immer noch angeschlagen, aber ich meine natürlich den Club DAS BETT in FFM. Badumm ts.

 

Wir lunschen auf die Setlist. Da es die Tour zum Album ist, werden alle 17 Stücke gespielt, dazu kommen noch einige altbekannte Kracher – so z.B. Liebe macht blind, das ursprünglich mit ärzte-Gitarrist Farin Urlaub aufgenommen wurde. Das Lied steht an dritter Stelle und ich muss gleich zu Anfang, ein paar Tränchen vergießen – natürlich vor Freude! Denn auch so freue ich mich unglaublich, die Band wieder auf der Bühne zu sehen. Es ist wie nach Hause kommen.

Das Set ist etwa zehn Minuten kürzer als letztes Mal, aber dafür powert es total durch. Man kommt kaum zum Luftholen zwischen den Songs und schon nach kurzer Zeit ist es kochend heiß und die Klamotten kleben einem am Körper. Doch sowas hält einen natürlich nicht davon ab, weiter zu tanzen und auch mal stagediven zu gehen.

In der Mitte des Konzertes gibt es eine kurze Umbaupause, die für eine Geburtstagsansage für den Schlagzeuger Stefan Breuer genutzt wird. Ich klettere auf die Bühne und überreiche ihm einen Schokomuffin mit Kerze.

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Foto © Inga Todic

Schon als ich im März im DAS BETT war, überreichte ich damals Stephan Keller zum Geburtstag einen Muffin mit Kerze.

Abgerundet wurde die BUSTERS-Party durch den Geburtstag des Keyboarders Stephan, dem von seinen Kollegen eine XXS-Torte mit Kerze überreicht wurde […].

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(Anm.: Im entfernten Sinne war ich tatsächlich mal ein Kollege von Stephan, aber nicht bei The Busters und in dem Falle war es einfach nur die Idee von uns Tourern gewesen. ;-))

Und nicht nur Geburtstag wird heute gefeiert, sondern auch Joe Ibrahims erstes offizielles Konzert als Sänger der The Busters. Er schlägt sich wunderbar und kann super mit Richie mithalten – auch die Fans haben nur Positives für ihn übrig (ja, tatsächlich auch sehr viele, die schon ewig und drei Tage dabei sind). Zudem ist Michl Fischer neu, der für den erkrankten Jesse einspringt – auch er fügt sich super in die Band mit ein und wird mit Freude Willkommen geheißen. Der dritte neue im Bunde – Fabian Michel – der schon im Video zu SKA IS … zu sehen ist, ist  noch nicht mit dabei. Für ihn startet die Tour am 05. Januar (Anm.: also gestern :-D).


Wie auf jeder Tour verbringen wir die Nächte im günstigsten Hostel, das wir in der Nähe der Location finden konnten. Offenbar sind wir nach dem Konzert alle etwas taub und / oder betrunken und so kommt es, dass kurz vor zwei Uhr in der Nacht die Security bei uns klopft und uns bittet, uns nicht so laut zu unterhalten… Die Wände bei A&O sind halt aber auch aus Papier!

 

Ca. 18:00 Uhr, Bremen Hauptbahnhof: Wir machen uns auf dem Bahnhofsklo fertig für das Konzert. Es geht weiter im Kulturzentrum Schlachthof, das tatsächlich so gut wie ausverkauft ist! Die The Busters Konzerte in Bremen gelten als legendär, u.a. wegen der gute Location. Der Innenraum verfügt über eine relativ kleine Stehfläche, dafür gehen große Treppenstufen steil in die Höhe und reichen bis unter die Decke. Zudem gibt es mehrere kleine Balkone, von denen man die Bühne auch von hinten und von der Seite betrachten kann.

Es wird heftigst gepogt und das Stagediven stellt sich für mich als Herausforderung dar, da ich mehr geworfen werde als alles andere… Zum Glück gibt es auf der Bühne Security, die einen zur Not auffangen. Auch hier wird es nach den ersten paar Liedern unerträglich heiß und auch wenn die Bierduschen kalt sind, klebt es einem dann doch eklig überall an. Dennoch hat es auch was Gutes: Der Boden ist so klatschnass, dass man zu T.I.N.A. to Ska wunderbar Twist tanzen kann!

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Foto © Inga Todic

Nach dem Konzert bleiben wir nicht mehr lang da, denn wir müssen noch eine gute Stunde mit dem Auto fahren – außerdem geht es am nächsten Morgen weiter nach ~Bielefeld~.

 

Mit dem Regio geht es auf in den Westen. Vor der Tour musste ich mehreren Leuten versprechen, ein Bild bzw. eine Postkarte aus Bielefeld zu schicken. Und auch jemand aus meiner alten Schule meldet sich bei mir, als ich mein Profilbild zu einem Foto von mir und dem ‚Stadt Bielefeld‘ Schild ändere: „Bielefeld ist ein großer UfO-Landeplatz. Aber niemand darf darüber reden.“

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Foto © fdjpunx

Unser Hostel ist großartig, super modern eingerichtet und auch nicht sehr teuer. Alles hier erinnert einen an eine IKEA Austellungswohnung und man fühlt sich sofort wohl, außerdem vermitteln die Stockbetten total das Gefühl eines Nightliners! 😀 Wir bestellen uns Pizza auf unser Zimmer und gucken TV, entspannen noch ein wenig die schmerzenden Füße / Schienbeine / Knie.

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Foto © fdjpunx

Als wir uns dann auf den Weg zum Forum machen, schneit es dicke weiße Flocken. Leider bleibt der Schnee aber nicht liegen. Im Club ist es schon lange vor Konzertanfang warm und stickig und ich muss mir gleich nach den ersten paar Liedern etwas zum Trinken holen.

Für den ersten Song Straight Ahead haben wir aus einem Pizzakarton und einem anderen alten Karton zwei Schilder gebastelt, auf denen „Vorwärts immer“ und „Rückwärts nimmer“ steht, was eine Anspielung auf die immer wiederkehrende Textzeile „Straight ahead, straight ahead – forward ever – backward never!“ sein soll – und wir bescheren allen damit einen schönen Lachkrampf. Außerdem fungieren die Schilder später als Fächer, denn das Konzert im Forum Bielefeld ist das heißeste der ganzen vier Konzerte. Ich nutze den etwas ruhigeren Moshpit mehrfach zum Stagediven und habe somit immer mal eine kleine Verschnaufpause vom Tanzen.

Auf meine Frage hin, die er eigentlich erst verneint hatte, singt Joe bei No Risk, No Fun wieder „Take a chance stagediving at the Helene-Fischer-Show„, was das Konzert noch einen Tick besser macht als es eh schon war. 😛 Sowieso war in Bielefeld das beste Konzert bis jetzt!

Wer noch die Bielefeld-Tradition des Bass Solos (+ Percussion Solo von Michl) sehen möchte, einmal bitte hier entlang: X

 

Gegen ein Uhr nachts sind wir zurück in unseren Betten und ich schlafe sofort tief und fest ein, am nächsten Tag kurz vor 12:00 Uhr geht es dann weiter in Richtung Leverkusen, wo unser Hostel ist.

Wie immer findet das letzte Konzert des Jahres in der Live Music Hall in Köln statt – kurz vor knapp kommen wir dort an, weil wir noch einen Halt am Blumenladen eingelegt haben und dort vor uns jemand rote Rosen im Wert von 110€ gekauft hat…

Ich persönlich mag die Location nicht besonders, da die Bühne sehr hoch ist und ich gerade so drauf gucken kann, außerdem ist das zum Stagediven blöd. Zudem ist der Fußboden nicht gut zum Tanzen und ich merke, dass die letzten drei Konzerte mächtig auf mein kaputtes Knie gehen – trotzdem wird auch heute von meiner Seite aus nicht schlapp gemacht! Das Publikum braucht ein wenig, um aufzutauen, aber spätestens nach den ersten sieben Songs ist es wieder super heiß und von den anfänglichen zwei Metern Abstand zur Bühnenkante ist nichts mehr übrig.

Für das letzte Konzert des Jahres habe ich extra Wunderkerzen eingepackt und der letzte Song des Sets – ein neuer, der in Frankfurt vorgestellt wurde – lädt prima dazu ein. Wir verteilen die Wunderkerzen, ich reiche sogar eine auf die Bühne und wir verabschieden somit die Band für 2017. Auch wenn ich sie Ende Januar wiedersehe, werde ich schon ein wenig sentimental – es war wieder wunderschön und obwohl ich ziemlich fertig bin, bin ich auch traurig, dass es schon wieder vorbei ist. Die vier Tage waren unglaublich schnell rum.

Wir bleiben bis kurz nach Mitternacht und quatschen, trinken und essen noch ein wenig – es gab den besten Couscous Salat der Welt – dann geht mit dem letzten RE zurück nach Leverkusen in unser Hotel. Am nächsten Tag heißt es dann zeitig Abschied nehmen. 🙁

 

Im ICE werden kostenlos Glückskekse verteilt und die Anzeige schaltet ständig auf „Frohe Weihnachten!“. Danke @ Deutsche Bahn.

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Foto © fdjpunx

 

Sonntag, 31. Dezember 2017, 17:36 Uhr auf dem Dresdner Hauptbahnhof. Hier hat alles vor fünf Tagen angefangen. Zu Hause schlafe ich direkt erstmal vor dem Fernseher ein, gefeiert wird nicht, um Mitternacht nur kurz angestoßen.

Auf der Rückfahrt von Köln habe ich mir schon die Tickets für die nächsten Konzerte der Tour gekauft und kann es kaum erwarten, dass es weiter geht! Der Plan ist: 26.01. Dresden, 10.02. Berlin, 17.02. Hamburg. ♥