Bowie auf 33runden.de I (1967 – 1973)

Am 8. Januar 2018 würde David Bowie seinen 71. Geburtstag feiern, wenn er nicht am 10. Januar 2016 verstorben wäre. Das ist ein guter Grund, endlich einen privaten, subjektiven und ausufernden Blick auf die Diskographie dieses – so meine private, subjektive Meinung – Ausnahmekünstlers zu werfen.

David Bowie (1967) 1/2

Bevor ddavid bowieieses Debütalbum 1967 erschien, hatte Bowie bereits eine kleine, aber erfolglose Karriere hinter sich. Sein größter Treffer war, sich seinen zukünftigen Künstlernamen zuzulegen. Etliche Singles veröffentlichte der 1947 als David Jones geborene junge Mann bis dahin mit seinen Bands Davie Jones & The King Bees, Davy Jones & The Lower Third und den Manish Boys. Damit bewegte sich Mr. Jones meist in härterem Rhythm & Blues. Doch als dann David Bowie sein Debüt für das Label Deram aufnahm, hatte sich einiges geändert, vor allem der Sound. Aus heutiger Sicht ist der damalige Mißerfolg relativ klar, denn mit Music Hall hatte Bowie später nie wieder etwas am Hut, und das war gut. Doch es lag nicht nur am musikalischen Stil, es waren einfach zu meist harm- und gesichtslose Songs, die Bowie hier servierte. Später Erfolge wurden oft erzielt, da kongeniale Partner mit am Werk waren. Diese Partner gab es zu dieser Zeit noch nicht, jedoch wurde bald darauf Lindsey Kemp Bowies Lehrer als Pantomime (was Bowies spätere Bühnenarbeit sehr positiv beeinflussen sollte), und Hermione Farthingale seine Kollegin in Kemps Truppe und wohl die erste große Liebe des zukünftigen Stars. Was aus dieser für lange Zeit schlechtesten Platte Bowies noch recht positiv herausragt, ist die zeitgenössische Single „Love You Till Tuesday“. Für dieses Stück drehte Bowie mit dem erwähnten Lindsey Kemp auch einen Promo-Film, der jedoch zunächst unveröffentlicht blieb. 1984 wurden alle Songs, für die damals ebenfalls Material gefilmt wurde, sowie vorangegangene reine Single-Veröffentlichungen, von Deram noch einmal in Form eines Samplers zusammengefaßt und unter dem Namen des „Hits“ „Love You Till Tuesday“ () veröffentlicht. Diese Scheibe ist in sofern relativ interessant, da hier auch eine frühe Version des späteren echten Hits „Space Oddity“ zu finden ist, sowie als besonderer Bonus Bowies allererste Single – natürlich hier noch Davie Jones & The King Bees – „Liza Jane“ von 1964 noch mit hinzugepackt wurde. Nicht, das dieser Song selbst solch ein besonderes Stück Musik wäre. Ansonsten breite ich nun wieder den Mantel des Schweigens über diese Ära.

David Bowie (1969) 1/2

david bowie 1969man of words man of musicspace oddity

1969 hatte der Herr dann Locken, und diese waren auch ein Signal, welche wohl den recht großflächigen Einsatz akustischer Gitarren auf seinem zweiten Album signalisieren sollten, welches zunächst auch wieder nur unter dem Künstlernamen erschien. In den Vereinigten Staaten erhielt die Scheibe den Namen „Man Of Words, Man Of Music“. Und 1972 hieß sie dann „Space Oddity“ (mit neuem Kurzhaarschnitt), nach dem großen Hit, den Bowie 1969 landen konnte. Musikalisch ist dieses Stück auch der gigantische Leuchtturm, der diese Platte strahlen läßt. Die Qualität der Songs ist in jedem Moment höher, als dies zwei Jahren zuvor noch gewesen war, doch wäre nicht der Hit, würde kaum jemand damals, noch heute von diesem Album Notiz nehmen. Was schade wäre, denn mit „Cygnet Committee“ gelang dem stilistisch doch noch recht unsicheren Bowie ein schönes 9-Minuten-Stück, das musikalisch irgendwo zwischen Dylan’schem Folk und einem vage progressiven Ansatz pendelt. Im Text wandelt Bowie erstmals auf messianischen Flügeln und läßt seine Kritik an der immer dogmatischer werdenden Hippie-Kultur seiner Zeit fließen. Basis dieser Verärgerung, die im Laufe des Stückes immer klarer wird, ist zunächst Bowies Enttäuschung über die Entwicklung des von ihm mitbegründeten Arts Lab in London. Dieses lieferte auch den Absprung für das ebenfalls empfehlenswerte „Memory Of A Free Festival“, das eher noch Bowies Freude an der Arbeit im Arts Lab reflektiert.

The Man Who Sold The World (1970) 

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Wie wir hier schon sehen, mußte das nachfolgende Album „The Man Who Sold The World“ durch eine ganze Reihe an verschiedenen Cover-Editionen gehen, um am Ende wieder beim ursprünglich natürlich kontroversen „Dress-Cover“ zu landen. Interessant ist der Hang der USA eine Waffe auf das Cover zu schmuggeln, sowie die Neigung der deutschen Covergestalter der frühen 1970er mit der Fantasie etwas arg Schlitten zu fahren. Ab 1972 zierte dann ein ge-Ziggy-ter Bowie erstmal für lange Zeit das Cover der Platte, ähnlich wie dies oben auch für „Space Oddity“ geschehen war.

Musikalisch hatte sich Bowie inzwischen eine relativ feste Backing Band organisiert. Dies geschah über den Umweg eine Band unter dem Namen The Hype zu etablieren. In dieser Band war zum ersten Mal Mick Ronson an der Gitarre zu hören, der bis 1973 der wichtigste musikalische Partner Bowies wurde. Für The Hype spielten noch John Cambridge am Schlagzeug und Tim Renwick als weiterer Gitarrist. Doch nur der Bassist Tony Visconti blieb für das nun folgende Album an Bord, dabei auch als Produzent. Am Schlagzeug fand sich Mick „Woody“ Woodmansey ein, der wie Ronson noch später Teil der Spiders from Mars sein sollte. Für „The Man Who Sold The World“ kam auch als massiv eingesetzter Gast Ralph Mace am Synthesizer an Bord. Und obwohl damit ein zeitgenössischer Fingerzeig in Richtung Space-Rock erwartet werden könnte – beachtet, das Hawkwind erst später ihre Rakete bestiegen – ist diese Platte eher ein großflächiger Ausflug in den Hardrock. Richtig wild wird es hier in den teils auch instrumental ausufernden Stücken „The Width Of A Circle“ und „She Shook Me Cold“. Ebenfalls rockend und den dystopischen Faden von „Cygnet Comittee“ aufnehmend feiert Bowie in „Saviour Machine“ die Zerstörung der Menschheit durch einen menschgeschaffenen Computer, dem die Macht über die Erde übertragen wird. Im erwähnten „The Width Of A Circle“ legt sich der Autor mit Gott an. In diesen Rahmen paßt sich auch der Titelsong ein, der auch elegant den Bogen zu den offensiv psychotischen Stücken „All The Madmen“ und „After All“ spannt, in welchen auch einer inneren Isolation das Wort geredet wird. Ich empfand diese Platte immer wieder und immer gerne als ein exzentrischer Versuch, innere Konflikte in Musik mit Worten zu verwandeln. Worte, die eindeutig, aber poetisch geladen sind. In den genannten Stücken funktioniert dies auch nach vielen Jahren für mich. Die restlichen Songs sind Beiwerk, dabei „Running Gun Blues“ gar ärgerlich.

Hunky Dory (1971) 1/2

hunky dory

Gosh! Welch ein Meisterwerk!

David Bowie hat nun alle Fäden zusammengefaßt und auch die perfekte Mischung an Musikern um sich geschart. Neben Mick Ronson und Woody Woodmansey kommt nun Trevor Bolder am Bass zum Einsatz, womit die Spiders from Mars komplett sind. Und am Klavier unterstützt Rick Wakeman, der auch schon 1969 ein wenig auf Bowies zweitem Album anwesend war, und ab 1971 dann hauptamtlich bei Yes ein Star wurde. Zunächst wird „Hunky Dory“ jedoch noch kein großer Erfolg. Zwar ist diese Platte vom ersten Moment an ein Stück Kunst, das der Hörerin Seele streicheln mag, und das nicht nur während „Life On Mars?“, das wohl der größte Triumph dieser wunderbaren Songsammlung ist. Doch fehlt der Platte die Art von musikalischer Rampensau, welche vom ersten Moment an die Massen anzieht. Genau: Wann haben Sie das letzte Mal „Life On Mars?“ im Radio gehört? Jemals? „Hunky Dory“ verkaufte sich erst so richtig gut, als ein gewisser Ziggy Stardust die Tür zum Erfolg geöffnet hatte.

Dabei strahlt, wie schon beschrieben, dieses Album eine Klasse aus, die Bowie in dieser Form nie mehr erreichen sollte. Hier ist seine Kunst als reiner Songwriter am Höhepunkt. Hier findet die Hörerin David Bowie in Essenz. Nicht zuletzt in einem Song, der vielleicht nicht der zweite Höhepunkt ist, sondern eher am qualitativen Ende (nicht ganz) einzureihen ist: „Kooks“, ein Lied, das Bowie für den gerade neugeborenen Sohn Zowie (später einfach Duncan Jones) schrieb. Und dessen Text der kommende Star in den folgenden Jahren ein ums andere Mal nicht einhielt. Doch wäre dieses Stück in einer ähnlichen Konstellation nach 1971 sicherlich nicht von Bowie geschrieben worden. Ähnliches gilt auch für die sehr akustisch gehaltenen Wunderwerke „The Bewlay Brothers“ und „Quicksand“, die beide sehr eigenartig gehaltene Szenarien bereithalten, um die Hörerin eingeheimelt in die Welt der schon auf „The Man Who Sold The World“ als Themen vorgefundenen inneren Konflikten und psychopatischen Nachtwelten zu entführen. Gerade „The Bewlay Brothers“ ist eine wortgewaltige Ode an den Wahn. Dem gegenüber steht einer meiner besonderen Favoriten: Das „Eight Line Poem“, das in der titelgebenden Kürze zu begeistern weiß, schon alleine weil die im Stück erwähnten Kakteen das Herz erwärmen. „Eight Line Poem“ ist durch eine perfekt getimte Pianomelodie verwoben mit „Oh! You Pretty Things“, das Bowie zunächst dem ehemaligen Herman’s Hermits Sänger Peter Noone als Komposition überließ, bevor er es hier dann selbst interpretierte. Es ist dies einer der eher fröhlich erklingenden Songs, wie auch der Bowie-Signature-Song „Changes“, der „Hunky Dory“ startet. „Changes“ konnte sich überraschenderweise damals auch nicht als Hit etablieren, brauchte auch erst seine Anlaufzeit in den Ohren der Zeitgenossen, ist jedoch heute nicht mehr aus den Hits des Mannes wegzudenken. Auch packte Bowie drei Hommagen auf „Hunky Dory“: „Andy Warhol“, wobei der Geehrte nicht amused war über das Stück, denn es heißt „Andy Warhol looks a scream (…) Andy Warhol, Silver Screen, Can’t tell them apart at all“. Auch Bob Dylan wurde mit „Song For Bob Dylan“ ein kleines Denkmal gesetzt, doch ist von Dylan keine direkte Reaktion auf dieses Lied je zu erfahren gewesen. Und dann ist da noch das Stück „Queen Bitch“, dem eine Widmung an die Band The Velvet Underground anhängt. Dies ist das gelungenste Stück dieser Dreierpartie, alleine durch die hohe Welle an Energie, die durch die Hörerin hindurchbraust.

Das Stück „Fill Your Heart“ hätte es nicht unbedingt gebraucht. Und der höchste Höhepunkt: das Telefon am Ende von „Life On Mars?“

The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars (1972) 1/2

ziggy stardust

Nirvana hätten vermutlich nie den gigantischen Erfolg erlebt, wenn nicht „Smells Like Teen Spirit“ mit einem Riff begonnen hätte, das einfach unwiderstehlich ist.

Und damit ist auf den einsamen, einfachen Schlagzeugeinsatz zum Opener „Five Years“ angespielt, in den dann langsam Stimme und ein Klavierakkord einfallen und das Untergangsszenario gesetzt wird:

pushing through the market square,

so many mothers sighing,

news had just come over,

we had five years left to cry in“

Im Rahmen der Ziggy-Stardust-Geschichte, wendet Bowie seine Arbeitsweise: Er beendet die Tätigkeit als einfacher Songwriter, er nimmt die Ansätze dessen, was er mit dem Song „Space Oddity“ begründete und auf den folgenden Platten immer wieder leicht weiterverfolgte: Er arbeitet an Szenarien. Die reine Geschichte, das reine Gefühl, wird nun verstärkt miteinander verwoben und so wird aus diesem Album gleichsam eine erste Konzept-LP, ohne das es eine eigentliche Story gibt. Diese mag zwar im Hintergrund stehen und wirken, doch könnten die Songs in dieser Reihenfolge auch ohne den außerirdischen Rockstar alleine stehen und wären maßlos betörend. Dabei gerade die eher leisen Songs, wie „Lady Stardust“, das schon angesprochene „Five Years“ und der Schlußpunkt „Rock’n’Roll Suicide“. Hier schafft es Bowie mit der Band einen emotionalen Overkill zu schaffen, der die Hörerin tief trifft. Doch damit nicht genug. Während zeitgenössische Rocker beispielsweise über ihr Können in die Herzen des Publikums spielen sollten, schaffte Bowie in den härteren Stücken dies vor allem durch die wunderbare Riff-Kunst Mick Ronsons und seine eigenen hier wieder einmal perfekt stechenden Texte. Meisterlich waren hier „Moonage Daydream“ und der Titelsong „Ziggy Stardust“. Und so wurde – selbst unter dem Aspekt der Klasse von „Hunky Dory“ – dieses Album rund um den ausserirdischen „Ziggy Stardust“ zum bis dato rundesten Kunstwerk aus der Schöpfung von David Bowie.

Aladdin Sane (1973) 

aladdin sane

Mehr Rock. Auch wenn mit Mike Garson ein jazzversierter Pianist zur Band stieß, merkt die Hörerin, daß sich Bowie in der Zwischenzeit viel in den Vereinigten Staaten aufgehalten hatte und dort mit Iggy Pop und Lou Reed Bekanntschaft geschlossen hatte und auch gearbeitet. Dazu kam, das der inzwischen zum Star aufgestiegene Bowie auch mal mit Mick Jagger rumhing (jedenfalls stammen die Gerüchte über eine eventuelle Beziehung der beiden aus genau jener Zeit). Auf „Aladdin Sane“ coverte Bowie dann auch die Rolling Stones: Er bot eine ziemlich energische Version von „Let’s Spend The Night Together“, einer der Höhepunkte der Platte. Ebenfalls ein rockend, rollender Höhepunkt war das schlagzeuggetragene „Panic In Detroit“. Ansonsten regierten hier die eher melodramatischen Stücke, allen voran das Cabaret-artige „Time“ und nicht minder queer „Lady Grinning Soul“. In diesen Stücken erreichte Bowies wunderbare Unmännlichkeit neue Höhepunkte und sicherte ihm einen weiter vergrößerten Facettenreichtum. Es wundert daher nicht, daß nach „Ziggy Stardust“ auch „Aladdin Sane“ in den Vereinigten Staaten nicht zündete. Der Song „Prettiest Star“ war als musikalischer Tiefpunkt auch nicht der kommerzielle Rettungsanker. Bowie hatte sich augenscheinlich an dem unter den anderen Glamrockern gerne mal augenzwinkernd eingesetzten Musik Hall-Style versuchen wollen und seine bereits 1970 als Single veröffentlichte Ode an die Ehefrau Angie neu in Szene gesetzt. Das Original ist weiterhin um Meilen gehaltvoller und emotional inspirierender. Dennoch ist „Aladdin Sane“ großer Boogie und macht Laune. Der Blitz im Gesicht paßt.

Wie oben schon angemerkt, hatte Bowie auch viel Arbeit für neue musikalisch Freunde geleistet. Hervorzuheben waren sein Mix für den Kollegen Iggy Pop und dessen Band, The Stooges, und deren Album „Raw Power“ (1/2), mit dem wunderbaren „Search And Destroy“, und die Produktion von Lou Reeds zweitem Soloalbum seit seinem Ausstieg bei Velvet Underground, „Transformer“ (). Hier fielen Reeds größte Hits ab: „Walk On The Wild Side“, „Perfect Day“ und „Satellite Of Love“.

Ziggy Stardust – The Motion Picture (aufgenommen 1973, veröffentlicht 1983) 

ziggy stardust motion picture

Am 3. Juli 1973 stand Bowie mit seinen Spiders auf der Bühne des Hammersmith Odeons in London. Es war das Abschlußkonzert der laufenden UK-Tour. Und die Gerüchte, daß Bowie an jenem Abend Schluß machen sollte, waren schon im Umlauf. Als Bowie den letzten Song, „Rock’n’Roll Suicide“ ansagte, wurde es dann Gewißheit: „Not only is this the last show of the tour, it’s the last show that we’ll ever do. Thank you.“

Das Konzert wurde vom amerikanischen Regisseur D.A. Pennebaker gefilmt, doch aus verschiedenen Gründen veröffentlichte Bowies damaliges Label, RCA, die Aufnahmen erst 1983.

Heute wissen wir, daß David Bowie damals nicht selbst von der Bühne abtrat, doch es war sein letzter Ausflug mit den Spiders from Mars gewesen. Doch was für ein grandioser Ritt war dies! Musikalisch durchaus stark, doch noch recht spröde, startet das Programm mit „Hang Onto Yourself“, „Ziggy Stardust“ und dem weiterhin von mir wenig gemochten „Watch That Man“. Doch dann beginnt die Magie! Es wird leise, wenn zu Ronsons akustischer Gitarre die Mär vom „Wild-Eyed Boy From Freecloud“ vorgetragen wird, und damit ein Medley loslegt, das mit dem von Bowie geschriebenen „All The Young Dudes“ mit Hochdruck weiterläuft und mit einem schön theatralischen „Oh! You Pretty Things“ endet („All The Nightmares came today…). „Space Oddity“ rockt, „Moonage Daydream“ läuft im Overdrive und das Ende von Bowies Verneigung vor Jacques Brel mit „My Death“ läßt das Publikum total aus dem Häuschen geraten:

Bowie, die letzten Worte: „There Is….“

Publikum: „Me! Me! Me!“

Bowie: „Thank You.“

Nach einigen weiteren starken Songs, beginnt mit „Suffragette City“ der Endspurt, das Tempo wird erhöht und läuft in den roten Bereich bei „White Light/White Heat“: Eine Performance, die frau auch gesehen haben sollte, besonders wenn gegen Ende Bowie ein freches Grinsen aufsetzt und die Herzen schmelzen. Und dann als Icing on the Cake der „Rock’n’Roll Suicide“.

2008 wurde ein weiteres Konzert jener Ära offiziell veröffentlicht: „Live Santa Monica ’72“ (1/2), aufgenommen am 20.10.1972. Der Performance-Charakter, der im 1973er Live-Album sehr fein ausgearbeitet ist, fehlt hier noch nahezu komplett. Es ist eher eine Aneinanderreihung netter Live-Aufnahmen, mit dem ein oder anderen Höhepunkt, doch insgesamt empfehle ich unverhohlen „Ziggy Stardust – The Motion Picture“.

Pinups (1973) 1/2

Pin Ups

Das letzte Album unter Mitwirkung von Mick Ronson an der Gitarre und Trevor Bolder am Bass. Herr Woodmansey war bereits ersetzt. Ebenfalls ersetzt waren großartige Kompositionen aus der Feder von David Bowie. „Pinups“ war eine Sammlung an Cover-Aufnahmen von Stücken, die Bowie zwischen 1965 und 1966 liebte und auch damals selbst bereits oft spielte, u.a. von den Easybirds, Yardbirds, Them oder The Who. Eine Platte, die manchmal nett ist, im Falle des Stückes „Sorrow“ aber auch mal ärgerlich.

Die CD-Edition aus der „Sound+Vision“-Serie 1990 bot zwei Bonustracks, welche das normale Programm um Längen überbot: die bis dahin unveröffentlichte Aufnahme von „Growin‘ Up“, im Original Bruce Springsteen und das vormals nur als Single-B-Seite verwendete „Port Of Amsterdam“ (Jacques Brel). Wenn „Pinups“, dann diese Version.

(…) to be continued for sure <3